Neue Verbreitungskarten der Flusskrebsfauna in
NRW
Massive Verbreitung von Signalkrebs und Rotem Amerikanischem Sumpfkrebs!
Nachdem dass Edelkrebsprojekt NRW seit Anfang 2007 landesweit aktiv ist,
wurde jetzt eine erneute Überarbeitung der Verbreitungskarten vorgenommen. Dem
Projekt liegen derzeit über 1000 Datensätze vor, die sich zu einem erheblichen
Teil auch auf Gewässer beziehen, in denen die Suche nach Flusskrebsen erfolglos
war. Bei einem Teil der Meldungen von Flusskrebsfunden steht noch eine
Überprüfung aus, da es sich auch um Fehlbestimmungen handeln kann. Die für fast
alle Arten festzustellende Zunahme an Meldungen (siehe Tabelle) ist weniger auf
eine allgemeine Ausbreitung der Flusskrebse seit 2003 zurückzuführen, sondern
beruht auf den intensivierten Kartierungsarbeiten.
Erfreulich ist die Zahl von 135 Meldungen für den heimischen Edelkrebs. Dabei
ist eine große Zahl der Bestände auf Wiederansiedlungsmaßnahmen zurückzuführen,
ohne die die Situation des Edelkrebses deutlich schlechter wäre.
Für den Steinkrebs wurden 2006 zwei noch nicht bekannte Bestände in der Eifel
gemeldet. Die Tatsache, dass 2008 nach einem extremen Hochwasser bei einem
dieser Bereiche kein Steinkrebs mehr gefunden wurde, verdeutlicht die große
Gefährdung dieser Art für NRW.
Der amerikanische Kamberkrebs hat nahezu alle großen Fließgewässer, wie Rhein,
Ruhr und Lippe sowie die Kanäle besiedelt. Leider wurde die Art durch den
Menschen auch in vielen Baggerseen ausgesetzt, die sie aus eigener Kraft nicht
erreicht hätte und die gute Ersatzbiotope für den Edelkrebs darstellen.
Die Bestände des ebenfalls gegenüber der Krebspest anfälligen Galizischen
Sumpfkrebses sind aus Sicht des Artenschutzes weniger bedenklich, da diese
osteuropäische Art wenig Ausbreitungstendenzen zeigt.
Ganz anders und schlimmer als zu Projektbeginn befürchtet, ist die Situation
beim Signalkrebs und dem Roten Amerikanischen Sumpfkrebs, die beide potentielle
Überträger der Krebspest sind. Die 80 Meldungen des Signalkrebses zeigen wie
weit diese Art in NRW schon verbreitet ist. Auf Grund der schwierigeren
Unterscheidung zum Edelkrebs wird diese Art in Unkenntnis der Folgen immer noch
in neue Gewässer ausgesetzt.
Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs lebt in seiner Heimat auch in zeitweise
trockenfallenden Überschwemmungsgebieten und ist so am besten in der Lage, aktiv
über Land neue Gewässer zu besiedeln. Auch für NRW sind derartige Abwanderungen
aus Gewässern belegt.
Da beide Arten sehr dichte Bestände binden und sich weiter ausbreiten, sind sie
nicht nur eine Gefahr für die heimischen Flusskrebse. Es ist zu befürchten, dass
sie bei massivem Auftreten auch für den Rückgang von anderen wasserlebenden
Organismen verantwortlich sein können.
Flusskrebsmeldungen für NRW:
|
Flusskrebsart |
LAFKAT NRW |
Stand 2005 |
Stand 2006 |
Stand 2008 |
|
Edelkrebs |
80 |
92 |
113 |
135 |
|
Steinkrebs |
2 |
2 |
4 |
4 ? |
|
Kamberkrebs |
270 |
113* |
141 |
193 |
|
Galizischer Sumpfkrebs |
0 |
13 |
14 |
19 |
|
Signalkrebs |
2 |
32 |
51 |
80 |
|
Roter Amerikanischer Sumpfkrebs |
1 |
8 |
10 |
17 |
|
Legende: |
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Bitte entsprechende Krebsart in der Legende
anklicken!
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