Der Kalikokrebs hat NRW erreicht

Der Kalikokrebs (Orconectes immunis) ist eine amerikanische Flusskrebsart, die erst jüngst in Deutschland aufgetreten ist und wahrscheinlich von Aquarianern ausgesetzt wurde. Der erste sichere Nachweis gelang 1997 in einem Nebenkanal des Rheins bei Karlsruhe. Von dort breitete sich die Art im Rhein mit einer geschätzten Ausbreitungsgeschwindigkeit von 15 km pro Jahr aus.

Foto: Ch. Luckhaup - Der Kalikokrebs ist gut an den Haarbüschel zu erkennen, die sich auf den Innenseiten der Scheren befinden und unter Wasser besser zu sehen sind.

Der Kalikokrebs konnte so auch 2014 in Rheinland-Pfalz nachgewiesen werden. Es wurde zwar vermutet, dass er mittlerweile auch NRW erreicht hat, jetzt konnte aber zum ersten Mal ein konkreter Hinweis auf diese, dann fünfte amerikanische Flusskrebsart in NRW entdeckt werden. Am Ufer des Rheins bei Düsseldorf wurde eine Krebsschere gefunden, die eindeutig vom Kalikokrebs stammt. Es ist zwar nicht ganz auszuschließen, dass die Schere aus Rheinland-Pfalz bis nach Düsseldorf abgetrieben wurde. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass die Tiere dort leben.
Im Rhein und einigen Nebengewässern verdrängt der Kalikokrebs den ebenfalls aus Amerika stammenden Kamberkrebs (Orconectes limosus). Im Gegensatz zu diesem gräbt der Kalikokrebs lange Höhlen in die Gewässerufer und geht beträchtliche Distanzen auch über Land. Auch kann der Kalikokrebs ein deutlich breiteres Gewässerspektrum besiedeln. So lebt die Art in Deutschland sowohl in periodisch austrocknenden Auengewässern als auch in rasch fließenden Bächen. Dies ist zusammen mit der frühen Geschlechtsreife, der hohen Bestandsdichte und der Übertragung der Krebspest dafür verantwortlich, dass die negativen Auswirkungen des Kalikokrebses auf die heimischen Flusskrebse, aber auch auf die Gewässer und deren Lebensgemeinschaften als sehr groß einzuschätzen sind. Beispiele für ein Verschwinden heimischer Flusskrebse, einen starken Rückgang der Amphibienbestände oder eine verstärkte Ufererosion sind mittlerweile bekannt.
Funde dieser Art in NRW sollten dem Edelkrebsprojekt NRW gemeldet werden, um deren weitere Ausbereitung zu dokumentieren und gegebenenfalls Gegenmaßnehmen ergreifen zu können.


 

nach oben