Was ist das Edelkrebsprojekt NRW?

Das Edelkrebsprojekt NRW soll entscheident zum Schutz und zur Stützung der heimischen Flusskrebsbestände beitragen.

In Nordrhein-Westfalen gibt es zwei heimische Flusskrebsarten: Steinkrebs und Edelkrebs. Beide Arten sind vom Aussterben bedroht. Zwar genießen die beiden Arten durch verschiedene Rechtsvorschriften (EU-FFH-Richtlinie, Naturschutzrecht, Fischereirecht) einen hohen Schutz und eine ganzjährige Schonzeit, aber dies reicht zur langfristigen Erhaltung der Arten nicht aus.

Es gibt unterschiedliche Bedrohungen für heimische Krebse. Die gravierendsten sind aber wohl die Krebstpest und die Verdrängung durch eingeschleppte Amerikanische Flusskrebse. Diese sind biologisch überlegen und übertragen zudem die Krebspest, eine tödliche Krankheit für Stein- und Edelkrebs.

Besonders eine Verringerung der Gefährdung durch die Krebspest wird nicht nur freilebende, sondern auch in der Aquakultur befindlicher Eldelkrebsbestände erhalten.

Zunächst wurden ab 2004 in einem Pilotprojekt umfangreiche Befragungen u. a. von Fischereiberechtigten, Behörden und Tauchern durchgeführt, um die teilweise nur regional bekannten Daten zu sammeln. Ergänzend dazu untersuchen geschulte, ehrenamtliche Kartierer Gewässer auf Flusskrebsvorkommen. Bis heute haben mehr als 700 Personen an diesen Schulungen teilgenommen und liefern durch ihre Kartierungsarbeit ein immer genaueres Bild der Verbreitung heimischer und nicht-heimischer Flusskrebse in NRW.
Eine so gewonnene Datengrundlage ist zur Risikoabschätzung einer "Krebspestübertragung" oder einer Einwanderung nicht-heimischer Arten notwendig. Nur so kann z. B. die Eignung von Wiederansiedlungsgewässern oder Teichanlagen zur Edelkrebsproduktion abgeschätzt werden.

In einem zweiten Schwerpunkt der Projektarbeit wird durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit unter Einsatz vielfältiger Informationswege und moderner Medien auf die spezielle Gefährdungssituation der heimischen Flusskrebse und die Möglichkeiten zu ihrem nachhaltigen Schutz aufmerksam gemacht.

Die Einbeziehung der Großmuscheln in die Kartierungsarbeit in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskres Mollusken NRW und die Entwicklung spezieller Unterrichtseinheiten für Schulen sind zwei Beispiele für die intensive Kooperation mit anderen Partnern.

Das Edelkrebsprojet NRW widmet sich zudem intensiv der sogenannten "Neobiota-Problematik". Neobiota bedeutet wörtlich übersetzt "neue Lebewesen". Die durch unbedachtes Aussetzen amerikanischer Flusskrebse in Europa unabänderbar etablierte Krebspest ist ein erschreckendes, aber auch lehrreiches Beispiel dafür, welche negativen Folgen das Einschleppen aus anderen Erdteilen stammender Tier- und Pflanzenarten für unsere heimische Natur haben kann.

Eng verbunden mit der Öffentlichkeitsarbeit ist das Beratungsangebot des Edelkrebsprojektes NRW. Die Fachleute der Projektleitung stehen Ihnen kostenlos beratend zur Seite, wenn Fragen im Zusammenhang mit Flusskrebsen und ihrem Schutz zu beantworten sind.

 

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