3, 2, 1…meins: invasive Flusskrebse in ebay Kleinanzeigen

von Chris Chucholl und Harald Gross

Während Aufklärungsbemühungen und ein abflauender Trend einen Rückgang von Angeboten invasiver Flusskrebse im aquaristischen Fachhandel und spezialisierten Tauschbörsen bewirken, tauchen Abgabeangebote nun regelmäßig in größeren Online-Plattformen wie ebay-Kleinanzeigen auf. Beunruhigend bei dieser Tendenz ist besonders die mangelnde Fachkenntnis, die in vielen Annoncen offenbar wird. So werden die Krebsarten regelmäßig falsch bezeichnet und gebietsfremde Arten als heimische Flusskrebse angeboten. Auf diesem Weg werden auch Signalkrebse – die für unsere heimischen Flusskrebse gefährlichste invasive Art – immer wieder in Umlauf gebracht.

Solche Angebote sind daher aus naturschutzfachlichen Gründen sehr problematisch und verstoßen nicht selten auch gegen Fischerei- oder Naturschutzrecht, bzw. implizieren Verstöße, etwa wenn Signalkrebse als Besatz für Freigewässer angepriesen werden. Werden potenzielle Krebspest-Überträger verkauft, könnte außerdem das Tiergesundheitsgesetz zur Anwendung gebracht werden: der „Tierhalter“ hat demnach „dafür Sorge zu tragen, dass Tierseuchen weder in seinen Bestand eingeschleppt noch aus seinem Bestand verschleppt werden“ (§ 3, Abs.1, TierGesG).



In zwei besonders eklatanten Fällen mit Angeboten von Signalkrebsen, wurden die Anbieter und ebay von uns freundlich auf die grundlegende Problematik hingewiesen. Das Ergebnis war in beiden Fällen eine rasche Löschung der Anzeigen – solche Aufklärungsvorstöße zeigen also Wirkung. Wünschenswert wäre zwar freilich eine grundsätzliche Lösung von Seiten des Plattform-betreibers, die derartige Angebote von vorne herein verhindert. Bis dahin lohnt es sich aber, die Angebotsplattformen zu beobachten und in besonders kritischen Fällen auf die Anbieter und ebay zuzugehen. Musterschreiben dazu finden sich  [hier] und auf www.forum-flusskrebse.org.
 

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